
Mittelungspegel
Der Umgebungslärm ist meistens eine Mischung unterschiedlicher Geräusche mit ständig wechselnder Lautstärke und Frequenzzusammensetzung. Um dennoch vergleichbare Werte zur Beschreibung der Geräuschbelastung zu erhalten, wird als Hilfsgröße der Mittelungspegel herangezogen. Dieser entspricht dem Mittelwert der Schallintensität innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Er wird in dB(A) angegeben. Pegelspitzen werden durch ihre hohe Intensität im Mittelungspegel stark berücksichtigt; treten sie jedoch nur vereinzelt auf, können sie den Mittelungspegel deutlich übertreffen und besonders stören, deshalb gibt es neben dem Mittelungspegel getrennte Beurteilungskriterien für einzelne hohe Pegelspitzen. Ein Nachteil des Mittelungspegels besteht darin, daß der Zahlenwert keinen Aufschluß über die Zeitstruktur und die Ereignishäufigkeit der ursprünglichen Geräusche gibt: So ergeben z. B. 2000 PKW pro Stunde in 25 m Abstand bei Stadtgeschwindigkeit (50 km/h) den gleichen Mittelungspegel von 65 dB(A) wie ein einziger InterCity-Zug pro Stunde, der mit 160 km/h vorbeifährt. Während der Betroffene dem (nicht allzu lauten) PKW-Lärm aber praktisch dauernd ausgesetzt ist, belästigt der (sehr laute) Inter CityZug-Lärm nur während der Vorbeifahrt: In der restlichen Zeit herrscht Ruhe! Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß zusätzliche Geräusche, deren Pegel mehr als 10 dB(A) unter dem vorhandenen Mittelungspegel liegen, diesen rechnerisch nicht mehr beeinflussen. Zu beachten ist auch, daß eine Erhöhung des Mittelungspegels um 10 dB(A) eine Verzehnfachung der Ereignishäufigkeit, d. h. hier der Verkehrsmenge, bedeuten kann. Steigt der Mittelungspegel also von 65 auf 75 dB(A), so kann dies auf einer Erhöhung der Verkehrsmenge von 1 Zug auf 10 Züge mit jeweils 160 km/h beruhen. Die Angabe von Mittelungspegeln sollte daher stets durch Erläuterungen über spezifische Eigenschaften der Lärmquelle ergänzt werden.